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Chronik des Vereins Freundeskreis für Kinder in Not

Seit den Schreckensnachrichten aus dem Flüchtlingslager Moria auf Lesbos im Jahr 2018 engagiert sich der „Freundeskreis für Kinder in Not e.V.“  dort für geflüchtete Kinder (und deren Eltern). In Zusammenarbeit mit dem griechischen Verein „lesvos solidarity“ und der deutschen Menschenrechtsorganisation „borderline-europe“ begann unser Engagement zunächst mit der Finanzierung einer kleinen Schule für geflüchtete Kinder, angeschlossen zunächst an das „Mosaik Support Center“, später das „Welcome Office“ . Weil ab 2020 der Besuch der Regelschule vorgeschrieben wurde, mieten wir seitdem aus naheliegenden Gründen acht Wohnungen für besonders schutzbedürftige Geflüchtete mit ihren Kindern an (oft übermittelt durch „Ärzte ohne Grenzen“ bzw. andere NGOs). Viele von ihnen sind auf Grund ihrer Fluchterfahrungen so traumatisiert, dass es ihnen nicht möglich ist, unter den menschenunwürdigen Bedingungen des UNHCR-Lagers in Lesbos zu leben. Eine Wohnung ist für alle diese Menschen, und hier besonders auch für die Kinder, seit ihrer Flucht von zu Hause der erste „sichere Ort“, an dem sie für eine bestimmte Zeit etwas Ruhe finden können. Sie werden von fachkundigen, sehr engagierten Frauen und Männern betreut (sozialarbeiterisch, psychologisch, juristisch etc.), z.T. kommen wir mit unseren Spendengeldern – neben der Finanzierung der Wohnungen – auch für deren Gehälter auf.

Der „Freundeskreis für Kinder in Not e.V.“, früher „Freundeskreis der Straßenkinder (in Bukarest) e.V.“ hat mittlerweile schon eine recht lange Geschichte. Hier einige Stationen. Ausführliche Darstellungen unseres Engagements in der Zeit von 2012 bis 2025 finden Sie auf unserer alten Homepage.

Rumänien

Gegründet wurde der Verein 1991 kurz nach den Revolutionen in Deutschland und Osteuropa. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion zerbrach auch die Diktatur von Ceausescu in Rumänien. In dieser Zeit drangen erschütternde Berichte und Bilder der Situation von Straßenkindern in Bukarest nach Europa und Deutschland. Die Gründungsmitglieder des ersten Vereins gründeten den „Freundeskreis der Straßenkinder in Bukarest e.V.“, der sich in den ersten Jahren um die Verbesserung der Situation von Waisenkindern in Bukarest, später auch in anderen Regionen Rumäniens bemühte. Die berühmten „Kanalkinder“ lebten in Bukarest ohne jegliche Hilfe und Betreuung in den unterirdischen Kanälen der Stadt. Bei mehreren Reisen konnten persönliche Kontakte zu dem Hilfsverein „Concordia“ unter der Leitung von P. Georg Sporschill SJ und Ruth Zenkert aufgebaut werden. Der „Freundeskreis der Straßenkinder in Bukarest e.V.“, der später in „Freundeskreis der Straßenkinder e.V.“ umbenannt wurde, engagierte sich über 18 Jahre in Rumänien mit direkten Hilfsmaßnahmen, Schutzeinrichtungen und Betreuungsangeboten.

In den späten 1990er Jahren verlagerten wir unsere Arbeit nach Schineni, einem kleinen Dorf in der Region Moldau,  errichteten ein neues Kinderheim, das bis heute besteht, und arbeiteten dort zusammen mit Schwestern aus der Ordensgemeinschaft der hl. Maria Magdalena Postel („Heiligenstädter Schulschwestern“), die schließlich die Arbeit in eigener Verantwortung weiterführen. 

Bosnien-Herzegowina

Im Jahr 2010 wurde der Name des Vereins geändert. Wir hießen von da an nicht mehr: „Freundeskreis der Straßenkinder e.V.“, sondern „Freundeskreis für Kinder in Not e.V.“ und begannen ein neues Projekt in Bosnien–Herzegowina. Das ganze Land litt nach dem Bürgerkrieg in der 1995er Jahren unter den Kriegs- und Nachkriegswirren. Unser Verein unterstützte von 2010 – 2017 ein Sozialprojekt in der Nähe von Sebrenica. In Srebrenica ermordeten im Juli 1995 innerhalb von drei Tagen bosnische Serben unter Führung von Ratko Mladic über 8000 männliche Personen muslimischen Glaubens, anschließend vertrieben sie den Großteil der bosnischen Muslime aus diesem Gebiet.

Wir engagierten uns in Fakovici nahe Srebrenica und unterstützten damit einen weiteren Verein, der sich vor Ort um eine Entwicklung der örtlichen Landwirtschaft bemühte. Bei vielen Kindern in der Region wurde Mangel- und Unterernährung festgestellt wurde. Der Verein „Freundeskreis für Kinder in Not e.V. engagierte sich, dass in der Schule wieder Unterricht aufgenommen werden konnte und finanzierte eine eigene Schulküche. Eine Köchin wurde mit angemessenem Gehalt sozialversichert angestellt. Sie konnte somit zur Versorgung ihrer eigenen Familie beitragen. Die Nahrungsmittel für die Kinder der Schule wurden von im Ort ansässigen Kleinbauern und in der naheliegenden Kreisstadt gekauft. Eine Köchin wurde mit angemessenem Gehalt angestellt, sozialversichert und konnte zur Versorgung ihrer eigenen Familie beitragen. In dieser Zeit konnte so ein deutlicher Anstieg der Lebensverhältnisse erreicht werden.

Erdbebenhilfe

Im Sommer 2021 hinterließ ein schweres Erdbeben der Stärke 7,2 gefolgt von mehreren Nachbeben 1.300 Tote und 5.700 Verwundete in der Region im Süden Haitis. Die Katastrophe hat Tausende von Häusern und Wohnungen zerstört.  Durch private Kontakte unterstützten wir mit einer einmaligen Spende ein kirchliches Schulprojekt.

Nach dem schweren Erdbeben 2023 im Norden Syriens unterstützten wir ein Jahr lang die Salvatorianerinnen in Aleppo für Maßnahmen zur Förderung der Schulnachhilfeprogramme für Kinder in Aleppo, Lattaquieh und Marmarita.